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Wir danken Dr. Erich Offemann für diesen Beitrag.
Anatas auf Nadelquarz, Val Bedretto, Ticino, Schweiz
©1999, Erich Offermann, CH-4144 Arlesheim Kommentar zur Zeichnung: 1. Die mir von Hannes Dollinger vorgelegten Stüfchen mit Nadelquarzen liessen von blossem Auge keine Anataskristalle erkennen. Erst unter dem Stereomikroskop kamen hunderte zum Vorschein; in ihrer Durchsichtigkeit und kräftig roten Farbe eine wahre Augenweide! Nur wenige Anataskristalle waren gross genug - jedoch immer noch unter einem halben Millimeter - und so wenig verzerrt, dass ihre Morphologie erkannt werde konnte ... hart an der Grenze der Leistungsfähigkeit meiner alten Augen. Bei der Darstellung der Paragenese wurden die Anatase gegenüber den Nadelquarz xx meistens mehrfach vergrössert, eine künstlerische Freiheit, die ich mir nahm. Zur Mineraliengesellschaft gehören noch durchsichtige, oft etwas chloritisierte Adularkristalle sowie weisser undurchsichtiger Albit. 2. Die Morphologie der Anatas xx war leicht festzulegen: eine Kombination zweier Dipyramiden unterschiedlicher Stellung. Die "normale" Dipyramide {101} war stets stark gerieft. Die stumpfe Dipyramide gab ich mit {1.1.14} in den Computer ein, ein Wert, der in der Literatur belegt ist und gut mit den Realkristallen übereinstimmt. Bemerkenswert ist, dass ausnahmsweise auch das Basispinakoid {001} auszumachen war: winzige, hochglänzende Quadrate. Ganz selten waren weitere Formen zu erkennen; sie wurden hier nicht berücksichtigt. Der gezeichnete Habitus der Anatase ist zwar recht ungewöhnlich, jedoch nicht sehr selten. Er wurde schon im Sernftal GL beobachtet, dort in etwas grösseren, schwarzen und undurchsichtigen Kristallen. Gefunden wurden solche Kristalle auch in den französischen Alpen sowie in den spanischen Pyrenäen, nicht jedoch im Binntal, sonst reich an ungewöhnlichen Asubildungen. 3. Die gezeichneten Nadelquarze zeigen eine sehr einfache Morphologie, nur das hexagonale Prisma und die beiden Hauptrhomboeder, wobei recht häufig eine Rhomboederfläche besonders gross ausgebildet war. Selten war auch die Dipyramide s zu beobachten. 29.8.99 Erich Offermann, CH-4144 Arlesheim Ausführliche Berichte über diesen Fund erschienen in folgenden Artikeln:
"Kristalle aus den Schweizer Alpen, Fotos und Computerzeichnungen von Erich Offermann", 1999, Christian Weise Verlag, München. |
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