Mitgliederbeitrag: "Heinz Down Under I"
Australien, Ende Dezember 2000
Hallo liebe Verwandte, Freunde, Bekannte,
wie versprochen verschicken wir hiermit unseren ersten Reisebericht.
Nach einer geruhsamen, 22 tägigen, aber gar nicht langweiligen
Seefahrt mit dem Containerschiff Nobility, ab La Spezia mit 28
Mann Besatzung und 1750 Containern an Bord (Bestimmung Australien
und Neuseeland) ereichten wir am 11. Oktober 2000, trotz
rollendem Seegang (bis 15¡ Neigung) ohne Seekrankheit unseren
Startort Adelaide in Südaustralien. Caravan und Toyota Land
Cruiser standen bereit, Eric und Kathy von der Firma Skippy
Winnebago standen uns mit Rat und Tat zur Seite,
damit wir startklar werden konnten. Yowah, unser erstes Ziel,
war weit entfernt, nämlich eine Opalmine im Süden von Queensland.
Eine 3 Tagefahrt über Broken Hill (NSW)und Cunnamulla (QLD)
brachte uns dahin. Auf der Fahrt haben uns die ersten Kängurus und
Emus in Aufregung versetzt. Das Graben nach Opalsteinen war
ziemlich anstrengend, aber erfolgreich. Auf der Rückfahrt
(wieder 3 Tage) schauten wir noch in White Cliffs, ebenfalls eine
Opalminenstadt (155 Einwohner), vorbei. Dort mussten wir
erkennen, dass das Suchen nach Opalen ein schwieriges Geschäft
ist. Wir haben keine Spur gefunden.
Die Flinders Ranges,
ein Gebirgszug im nördlichen Südaustralien war unsere nächste Etappe.
Eine einmalige Landschaft erwartete uns dort. Schluchten mit
600 Mio Jahre alten Gesteinschichten konnte man durchqueren und
ebenso alte Fossilien finden. In Port Augusta, am nördlichen Ende
des Spencer Golfs gelegen, lernten wir auf den Caravan Park Matt
Deiszler kennen, einen alten Opalmineur. Der lud uns ein, ihn auf
seiner Opalmine in Andamooka zu besuchen. Dort durften wir auf
seinen Halden herum stochern und auch da wurden wir mit schönen
Fundstücken belohnt. Am Anfang hatte ich noch ein bisschen Mühe
mit den Fahrzeugdimensionen, vor allem mit der Länge der
Komposition. Hingegen der Linksverkehr war kein Problem, jedoch
kommt es auch jetzt noch vor, dass ich anstelle des
Richtungsanzeigers den Scheibenwischer betätige.
Kangoroo-Island
ist eine sehr interessante und wunderschöne,aber ein bisschen
teure Insel. Mit Tierbeobachtungen hatten wir Glück. Wir haben
unsere ersten Koalas und Echidnas (Schnabeligel, Ameisenfresser)
gesehen und natürlich gefilmt und gfötelet. Es ist einfach
herrlich, den Seelöwen beim herumalbern oder beim Schlafen
zuzuschauen. Der Führer erzählte uns, dass diese Tiere nach 3
Tagen tauchen im Meer, wo sie bis in 900 Meter Tiefe ihr Futter
suchen, den Strand aufsuchen, um sich von den Jagdstrapazen
auszuruhen und um sich wieder aufzuwärmen. Jungenpflege d.h.
füttern resp. säugenlassen und auch paaren steht da auf dem
Programm. Ebenso interessant ist die Beobachtung der kleinen
Pinguine, die nach Einbruch der Dämmerung aus dem Meer kommen, den
Hügel hinauf watscheln, um ihre Jungen zu füttern, die tagsüber in
Höhlen oder unter Büschen versteckt sind. Bei den Remarkable
Rocks, einer eindrücklichen Granitfelsformation gleich über den
Felsklippen am Meer, wurden wir buchstäblich vom Winde verweht und
kalt war es auch.
Zurück in den Hügeln von Adelaide,
holten wir
unseren Anhänger den wir auf dem Caravan-Park stehenlassen
konnten, wieder ab. Nach dem Ankuppeln des Trailers bewegten wir
uns Richtung Naracoorte, wo sehr interssante Höhlen (Caves )
mit Skelettresten von 250'000 Jahre alten Tierknochen
zu besichtigen sind. The Grampians National Park : uralter
Gebirgszug mit Aussichtsterassen über anstrengende Pfade zu
erreichen und schöne Wasserfälle sind die Kennzeichen dieses
Nationalparkes, im Westen von Victoria gelegen. Mt. Gambier, die
Stadt mit dem blauen (nur im November) Kratersee; die Sinkholes,
Wasserquellen unmittelbar an der Küste mit einem
unwahrscheinlichen Ausstoss an Süsswasser besuchten wir ebenso wie
auch die Princess Anne Caves - Höhlen mit wunderschönen
Excentrics,(das sind Stalaktiten die entgegen dear Schwerkraft
seitwärts oder sogar nach oben wachsen können) die den Vergleich
mit Frankreichs Höhlen ohne weiteres standhalten.
Der Mt. Eccles Park,
ein ehemaliger Vulkan, im Südwesten von Victoria, war die
nächste Station. Hier konnten wir Koalas beobachten und die
Rundwanderung über den Kraterrand war anstrengend aber toll. Als
nächsten Höhepunkt kann man die Great Oceanroad bezeichnen. Die
westliche Seite ist aber schon sehr viel interessanter, sind dort
die Londonbridge und die 12 Apostel an der Küste zu finden. Die
Strecke ab Cape Otway ist mit einem Anhänger sehr mühsam, eng,
steil und hat sehr viele Kurven . Nun, man kann nicht immer alles
haben wie man es gerne hätte. Neue Freunde besuchen in Aireys
Inlet war in Kangoroo-Island programmiert worden und wir
wurden sehr nett empfangen und zu einem BBQ eingeladen.
Melbourne stand vor der Türe. In Rockbank konnten wir Station
machen und von dort aus die Stadt besuchen, anschliessend den
Trailer stehen lassen, denn es ist sehr teuer, mit einer langen
Kombination (11 Meter) mit der Autofähre nach Tasmania zu fahren.
16 Stunden Überfahrt wurden z.T. verschlafen in einer Kabine,
von Seegang nichts zu spüren.
Tasmanien gefällt uns sehr.
Das Land ist ganz anders gestaltet, gebirgig, mit vielen riesigen
Wäldern. Leider ist es oft sehr kühl bis kalt und sehr
wechselhaft und das innerhalb von 10 Minuten. Der Einfluss der
Wetterküche Antarktis ist schon zu spüren. Heute übernachten
wir nochmals in Hobart, morgen Freitag fahren wir an die Südspitze
der Tasman Peninsula und weitere Geschichten werden folgen.
Wir wünschen allen schöne, schneereiche Weihnachten und einen
guten Rutsch ins neue Jahr.
Das Reiseteam Dor und Heinz Merkle
=> Heinz Down Under II