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Mitgliederbeitrag: Heinz Down Under NZ V

Neuseeland, Ende Januar 2002

Grüezi mitenand,

Auf der Fahrt nach Dunedin war das Wetter wieder einmal schlecht, wurde dann aber wieder etwas besser. Der schönste Zeltplatz in Dunedin und Umgebung sei in Portobello, auf der Otago Peninsula, hat man uns gesagt und es stimmte wirklich. Zudem gibt es auf der Otago Peninsula viel zu sehen. Tairoa Head mit einer grossen Shag-Kolonie (Shags gehören in die Familie der Kormorane) und Albatrossen. Diese grossen weissen Vögel sind wirklich majestätisch in ihrem Flug. Dunedin ist eigentlich eine schöne Stadt. Sehr hügelig. Von da aus haben wir eine Zugfahrt mit einem historischen Zug durch die Taieri Gorge nach Middlemarch und zurück gemacht. Aber in Portobello sind wir 4 Tage gebliegen. Den 65. Geburtstag von Heinz am 24. Dezember haben wir im besten Restaurant weit und breit direkt in Portobello gefeiert. Wir konnten vom Camping zu Fuss gehen, sodass auch eine Flasche Wein kein Problem war. Ein feines Nachtessen mit Entree, Hauptgang, Dessert und Wein und Kaffee hat uns nicht mal Fr. 100 gekostet. Da kann man in der Schweiz nur träumen davon. Da hin und wieder mal etwas "historisches" auch dazu gehört, haben wir das Alveston House besucht. Es war wirklich erstaunlich, wie fortschrittlich das Haus am Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde mit hausinterner Telefonanlage etc. Doch für uns waren die Buchten der Otago Halbinsel interessanter. In Allans Bay haben wir 6 Nester mit jungen "Blue Penguins" entdeckt. Ein Seelöwe tummelte sich im Wasser und hat richtig mit den Wellen "gesurft". Das war ein Anblick. In der Sandflybucht haben wir einen alten Hooker Seelöwen Mann mit zwei Jungen beobachtet. Am Ende der Bucht (nach einem sehr steilen Abstieg über eine hohe Sanddüne) haben wir noch 3 Gelbaugen-Pinguine entdeckt. Leider kam dann ein zünftiger Regen, sodass wir bis zur Rückkehr zum Womo völlig durchnässt waren. Es war wenigstens nicht kalt! Aber der Aufstieg durch den Sand war wirklich ein "Chrampf".

Aber dann gings weiter über die Höhenstrasse der Otago Halbinsel nach Dunedin und zum Kaka Point und Nugget Point wo wir wieder einmal 3 Gelbaugen-Pinguine entdeckt haben.(Diese Pinguine sind eine seltene Art, weil viel Lebensraum für sie unbenutzbar wurde und sie deshalb keine Jungen mehr aufziehen konnten). Beim Leuchtturm war eine Riesen-Seehundekolonie. Es ist herrlich, wie sie sich auf den Felsen räkeln und ausruhen. Sie können sogar ganz schön hoch klettern. Wir waren wirklich erstaunt. Leider war das Wetter immer wieder sehr wechselhaft. Sonnenschein und Regen haben sich abgewechselt. Eine 3 1/2 Stunden Wanderung durch die Cannibal Bay über einen Isthmus zum Ende der Suratbay hat uns dann mit 9 Hooker Seelöwen belohnt. Warum müssen diese Viecher immer ausgerechnet am weitesten entfernten Punkt der Bucht sein!! Ein Gewitter hat uns zum Glück nicht erwischt. Die paar Tropfen kurz vor dem Womo haben uns auch nicht mehr erschüttert. Die Fahrt durch die "Catlins" mit Wanderungen zu ein paar Wasserfällen und Uebernachtungen in verschiedenen Campgrounds (manchmal sind wir nicht einmal 50 km gefahren!) war sehr abwechslungsreich. Besonders eindruckswoll waren die Cathedral Caves. Sie können nur bei Ebbe besucht werden. Zum Glück hatten wir eine grosse Lampe mit, sodass wir weit in den Berg hineingehen konnten. In einer dieser langen "Schlauchöffnungen" haben wir sogar 12 junge blaue Pinguine gesehen. Am Schluss sind wir nicht mehr weitergegangen, da wir ihnen fast buchstäblich auf die Zehen hätten treten müssen. Da nur wenige eine Lampe mithaben, ist man weit drinnen schön allein und kann die Stille, die manchmal nur durch Tropfen unterbrochen wird, geniessen. Damit auch etwas für die Fitness getan wird, sind die Zugänge zu einigen der Buchten ziemlich steil, was wieder den Vorteil hat, dass nicht ganze Busladungen von Leuten da rumstapfen.

Hin und wieder muss der Mensch auch Glück haben, was in unserm Falle hiess, dass wir etwa drei oder vier mal gerade noch den letzten Platz mit Stromanschluss auf den Campingplätzen erhalten haben. Natürlich hat uns der "versteinerte Wald" interessiert. Da liegen tatsächlich 180 Mio. Jahre alte Baumstämme auf dem Riff. Allerdings sind auch sienur bei Ebbe sichtbar und nicht vergleichbar mit den versteinerten bunten Stämmen, die man aus Arizona kennt. Den 30. Dezemberabend haben wir am Waipapa Point verbracht. Es ist kein Campingplatz, hat nur eine Toilette, aber Camping ist, nicht wie an den meisten Orten in den Catlins, erlaubt. Wir waren ganz allein mit zwei Seelöwen am Strand und ein paar Schafen beim Womo. Es war herrlich! Sogar das Wetter spielte mit und bescherte uns einen Bilderbuchabend. In Invercargill haben wir dann den letzten Abend des Jahres verbracht. Ein Stück der Hauptstrasse wurde gesperrt und wir dachten, es gäbe ein Volksfest. Leider war da nicht viel los. Es waren vor allem Teenies, z.T. nicht mehr ganz nüchtern und eine Band zu der nicht einmal die Teenies tanzten. Wir waren auf alle Fälle Punkt 24 h wieder bei unserm Womo und haben eine Flasche gespritzten Traubensaft geleert (ich hatte in meinem kleinen Kühlschrank nicht mal Platz für eine Flasch Champagner).

Nach dem Besuch des schönen Queenspark in Invercargill mit Rosengarten, Vogelhaus, japanischem Garten, Tuataras (älteste lebende Echsenart. Sie sollen noch aus der Zeit der Dinosaurier stammen. Eine davon ist schon l40 Jahre alt) sind wir dann nach Lorneville in einen viel schöneren Campground umgezogen. Es war bis jetzt der schönste Campground in Neuseeland. Ein Ausflug in die nähere Umgebung hat uns wieder einmal Glück gebracht. Zum ersten haben wir (an einem Feiertag) den Vormann einer Mine angetroffen und durften nach versteinerten Muscheln suchen und sogar einige Stücke Stalagmiten mitnehmen. Offiziell darf niemand da rein, aber er ist mit uns gekommen und gab uns doch fast zwei Stunden Zeit. An einem andern Platz haben wir dann noch nach Haifischzähnen (auch versteinert) gesucht und Heinz hat einen gefunden. Ich habe bald aufgegeben,da das Gelände durch Kuhtritte im aufgeweichten Boden (der zwar wieder hart und trocken war) fast nicht begehbar war, ohne einen Knöchelbruch oder -Verstauchung zu riskieren. Da habe ich lieber beim Auto gesessen und gelesen. Abernun habe ich schon wieder so viel erzählt, dass ich für heute Schluss mache.

Wir sagen beide auf wiederschreiben, bis bald und macheds guet.

Euer Reiseteam Dor und Heinz

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